Geschichte der Universität zu Veszprém (1949-2010)

Geschichte der Universität
Rektoren der Universität
Kunstwerke
auf dem Veszpremer Campus
Pantheon der Universität
Gedenkstätten auf dem Veszpremer Campus Genrebilder

 

Im Sinne des am 19. August 1949. verkündeten XXII. Gesetzes wurde in Veszprém die Fakultät für Schwer-Chemieindustrie der Technischen Universität von Budapest gegründet. Die Verbreitung der technischen Fachbildung, sowie die Sicherung der Ingenieuren – Ausbildung bedeuteten das Gründungsziel dieser Fakultät in Veszprém. Als Ort der Gründung wurde Veszprém ausgewählt, da die in der Umgebung von Veszprém funktionierenden chemischen Betriebe und die zur gleichen Zeit gegründeten Forschungs-Institute – Ungarisches Experimentalinstitut für Erdöl und Erdgas sowie das Forschungs-Institut für Schwer-Chemieindustrie – die theoretische Unterstützung beziehungsweise die praktische Ergänzung der Bildung ermöglichten.

Schon im Mittelalter funktionierte in Veszprém eine Stiftshochschule, wo – auf der Basis von urkundlich belegten Daten – neben den ‚sieben freien Künsten’ auch die Rechtswissenschaft unterrichtet wurde. Ebenfalls urkundlich belegte Daten beweisen die Existenz der reichen und wertvollen Bibliothek von dieser Hochschule. Im Laufe der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts fiel diese Stiftshochschule zum Opfer eines Brandes, und konnte ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben, aber ihr Andenken hat das geistige Milieu der Stadt Veszprém lange Zeit hindurch geformt, bereichert sowie die Geeignetheit der Stadt zur Aufnahme einer Hochschule beziehungsweise einer Universität betont.

Mit den organisatorischen Aufgaben der neuen Fakultät wurde der damals 27jährige Dr. Károly Polinszky Oberassistent des Lehrstuhls für Chemische Technologie an der Budapester Technischen Universität, als Curator beauftragt. Nicht nur das Organisieren des Unterrichts, sondern auch das Ansiedeln der Lehrkräfte bedeutete seine Aufgabe, noch dazu musste er auch den Schauplatz des Unterrichts sichern. Das alles verlangte von ihm eine riesiggroße Planungs- und organisatorische Arbeit. Das erste Gebäude der Fakultät, das heutige Gebäude „A“ befand sich in einem halbfertigen Zustand, er musste es schnell fertig machen lassen, damit es als Schauplatz des Unterrichts geeignet wird. Das erste Studienjahr wurde am 26. September 1949. mit 16 Dozenten und 107 Universitätshörern gehalten.  

Die Zeitdauer der Bildung auf der Fakultät machte vier Jahre (acht Semester) aus. Der Unterricht begann in vier Sektionen: 1.Industrie für Erdöl- und Kohlenbearbeitung, 2. Industrie für Silikatchemie, 3. Industrie für Elektrochemie, 4. Industrie für anorganische Chemie. Es funktionierten drei Lehrstühle für die „Grundwissenschaften“: Lehrstuhl für Mathematik, Lehrstuhl für Mineralkunde und Lehrstuhl für anorganische Chemie. Im zweiten Jahr des Unterrichts begannen drei neue Lehrstühle ihre Tätigkeit: Lehrstuhl für chemische Physik, Lehrstuhl für analytische Chemie und Lehrstuhl für Maschinenkunde. Im Studienjahr 1951/1952 wurden auch technologische Lehrstühle gegründet: für Erdöl- und Kohlentechnologie, für die Silikatindustrie, für die anorganische Chemie, und für die Elektro-Chemie. Seit 1951 funktionierte das Lektorat für die russische Sprache. Die ideologischen Lehrgegenstände wurden im Rahmen des Lehrstuhls für Marxismus-Leninismus unterrichtet, daraus entstand später der Lehrstuhl für Gesellschaftswissenschaften.

Am 9. September 1951. erschien die Gesetzesverordnung (Verordnung mit Gesetzeskraft Nr. 25/1951), in der bekannt gegeben wurde, dass die Fakultät in Veszprém aus der Organisation der Budapester Technischen Universität ausscheidet, und unter dem Namen Universität für Chemieindustrie in Veszprém selbständige Universität wird. Zwischen 1949 und 1952 stand Dr. Károly Polinszky als Curator an der Spitze der Fakultät, im Jahre 1952 hat er als Dekan die Fakultät geleitet. Zwischen 1952 und 1953 fungierte Endre Bereczky als Dekan, von 1953 bis 1954 versah Ernő Nemecz die Funktion des Dekans. Zwischen 1954 und 1963 stand wieder Károly Polinszky n der Spitze der Universität aber diesmal schon als Rektor leitete er die von ihm organisierte Institution.

Inzwischen entwickelte sich der Unterricht sowie die Struktur der Universität weiter. 1953 erschien der Lehrstuhl für Körperkultur, im Jahre 1954 wurde der Lehrstuhl für die organische Chemie organisiert. In demselben Jahr hat der Minister für Unterrichtswesen verordnet, dass die Zeitdauer der Bildung an der Universität auf fünf Jahre erhöht werden muss. In den ersten drei Studienjahren gab es eine einheitliche Grundbildung, die Lehrgegenstände der technologischen Lehrstühle wurden im vierten und im fünften Studienjahr gegeben.   

Die Revolution und der Freiheitskampf von 1956 spielte eine bedeutungsvolle Rolle in der Geschichte der Universität. Die Vorgeschichte, die Ereignisse sowie die Nachfolgen der Revolution wurden durch Dr. Gyula Paczolay bearbeitet und veröffentlicht. - Literatur.

1963 entstand der Lehrstuhl für Radiochemie und Operation in der chemischen Industrie. 1969 wurde der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre gegründet. Daraus entwickelten sich – nach vielen Veränderungen – die heutigen Lehrstühle für die verschiedenen Gebiete der Ökonomie. Zwischen 1964 und 1966 standen Antal László und von 1966 bis 1971 Pál Káldi als Rektor an der Spitze der Universität.

Der 10semestrige Lehrplan der Universität für Chemieindustrie in Veszprém galt – mit einigen Veränderungen – vom Studienjahr 1954/1955 bis zum Studienjahr 1969/1970. Im Studienjahr 1959/1960 wurden die ersten technischen Doktoren der Universität promoviert, 1988 wurden die letzten technischen Diplome ausgegeben. Insgesamt 746 Personen haben diesen Grad an der Universität für Chemieindustrie in Veszprém erworben. Seit 1993 existiert ein anderes System der Doktorschule an dieser Universität.

Die ersten zwei Jahrzehnte der Universität wurden durch die ständigen Bauarbeiten charakterisiert, deren Grund im konsequenten Wachstum der Studentenzahl und in der strukturellen Entwicklung der Institution lag. Das Aufbauen des Annexgebäudeflügels zum Gebäude „A“ bedeutete diesbezüglich den ersten Erfolg. In diesem Gebäude befinden sich zwei Hörsäle mit je 250 Plätzen, mehrere kleinere Seminarstuben und Bedienungsräume. Schon im Jahre 1951 begann hier der Unterricht. Zum Ende von demselben Jahr wurde auch das Gebäude "E" fertig, so wurden die Platzmangel-Sorgen der einzelnen Lehrstühle und der Verwaltungsinstitutionen bedeutend vermindert. Die Halle für Betriebsexperimente - Gebäude "D" wurde 1952 fertig, im nächsten Jahr darauf wurde auch das Laboratoriumsgebäude "C" fertiggebaut. Das Aufbauen vom Gebäude "B" ist – unter verschiedenen Schwierigkeiten, nicht zuletzt mit mehrmaligen Änderungen der Baupläne – geschehen. In diesem Gebäudeflügel wurde die Festhalle, die Aula ausgebildet, deren innere –bildhauerische – Arbeiten erst 1961 beendet wurden. Während der Zeitperiode der Bauarbeiten wurden die fertiggestellten Gebäudeflügel durch die einzelnen Institutionen der Universität fortdauernd in Anspruch genommen. Im Jahre 1957 wurde hier das Studentenwohnheim angesiedelt. 1958 wurden im Stock über der Aula die Büros der Verwaltung eingerichtet, im nächsten Jahr darauf zog die Zentrale Bibliothek in den zweiten Stock ein. 1963 wurde die Turnhalle in Betrieb genommen. Inzwischen wurde 1958/1959 im Gebäude „A“ ein Isotoplaboratorium eingerichtet.      

Zur Grundinvestition gehörte auch das Aufbauen des zentralen Kesselhauses, des Transformatorenhäuschens, der Garage sowie des Lagerraumes für feuergefährliche Stoffe und Säure. Die Grundinvestition wurde durch zwei Bauarbeiten von großem Format ergänzt: ein Studentenwohnheim für 600 Studenten, das auf dem Niveau des Zeitalters stand und im August 1964 von der Studentenschaft in Anspruch genommen werden konnte, und die Betriebsküche – mensa – für täglich 1800 Portionen, die 1968 fertiggebaut wurde.

Az egyetemi épületek együttese (Veszprém, alsó kampusz)

Gemeinschaft der Universitätsgebäude (Veszprém, unterer Campus)

I épületDer Platzmangel der einzelnen Institutionen der Universität wurde weiterhin vermindert, als das Gebäude "I" fertiggebaut wurde. Es wurde in einer Proportion „Hälfte – Hälfte“ zwischen der Universität und dem Chemischen Forschungsinstitut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften geteilt.

In den Stockwerken, die der Universität zur Verfügung gestellt worden sind, wurden Lehrstühle angesiedelt, die zu ihrer Tätigkeit unbedingt Laboratorien beanspruchten, nicht zuletzt aber bekamen dort Platz Laboratorien mit besonders großen, zentral gesteuerten Instrumenten. Dieses Gebäude wurde im Jahre 1975 fertiggebaut. Im Zusammenhang mit der Bildung der Fachingenieure im Rahmen des Fernstudiums tauchten wieder neue Platzansprüche auf, die wurden im Studentenwohnheim und Erholungsheim in Budatava erfüllt. Dieses Gebäude mit einem Aufnahmeraum für 128 Personen wurde 1974 in Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Institutionen aufgebaut.

 

Im Studienjahr 1969/1970 begann eine wesentliche Änderung im System des Unterrichts, die Bildung von mehreren Stufen wurde eingeführt. In den ersten drei Jahren war der Unterricht einheitlich, im dritten Studienjahr mussten die Studenten eine Facharbeit schreiben. Nach dem erfolgreichen Staatsprüfung bekamen die Absolventen ein Diplom als Betriebschemieingenieur. Das war ein Hochschuldiplom. In die zweite Stufe, das heißt in das vierte und fünfte Studienjahr wurden die Studenten immatrikuliert, die einen entsprechen hohen Notendurchschnitt in ihrem Studium erreicht haben und die erste Stufe in der Staatsprüfung mit Erfolg abgeschlossen haben. Sie mussten am Ende des dritten Studienjahres noch extra eine Prüfung in dem Lehrgegenstand bestehen, der im Lehrplan als Vorstudium bezeichnet wurde. Die Sektionsbildung, das Fertigmachen der Diplomarbeit und die Staatsprüfung wurden in den technologischen Lehrstühlen der einzelnen Sektionen durchgeführt. Die Zahl dieser Lehrstühle erhöhte sich bis zum Ende der siebziger Jahre – mit dem Lehrstuhl für Radiochemie, für Kybernetik in der Chemieindustrie und für die Verfahren in der Chemieindustrie – auf sechs. Nach dem Absolvieren der zweiten Stufe bekamen die Studenten ein Universitätsdiplom als Chemieingenieur. Die auf dieser Basis aufgebaute dritte Stufe bedeutete die wissenschaftliche Weiterbildung in Verbindung mit dem System der Bildung der technischen Doktoren. Diese Ausbildungsform im Fach Chemieingenieur und Organisator-Chemieingenieur wurde mehrmals modifiziert wurde 1995 abgeschlossen, aber die Bildung der Betriebschemieingenieure im Fach Chemieingenieur blieb weiterhin in der Praxis.

Zwischen 1971 und 1980 hat Ernő Nemecz neun Jahre lang das Leben der Universität geformt. Während seines Rektorats wurde das im Studienjahr 1969/1970 eingeführte und – mit einigen Veränderungen – mehr als zwanzig Jahre lang geltende Bildungssystem stabilisiert. Das war die Bildung mit mehreren Stufen, in deren Rahmen 1973/1974 die Ausbildung der Chemieingenieure in zwei Stufen begann. Im darauf folgenden Studienjahr 1974/1975 begann die dritte Stufe: die organisierte Bildung der technischen Doktoren.

Als ein Ergebnis der siebziger Jahre kann das Organisieren des Faches für die Agrarchemie betrachtet werden. Diese Bildung wurde in der Zusammenarbeit der Universität für Chemieindustrie zu Veszprém und der Agrarhochschule in Keszthely verwirklicht. Da die verschiedenen Chemikalien in der Landwirtschaft in einem immer wachsenden Maß angewandt wurden, und die chemischen Prozesse immer bedeutender wurden, hat diese Notwendigkeit die Argumente zur Gründung von diesem Fach geliefert. Nach einer Vorbereitungsphase von fasst zwei Jahren begann diese Ausbildung 1971. Nach dem Lehrplan haben die Studenten die chemischen Grundgegenstände in Veszprém absolviert, alles Andere wurde ihnen dann in Keszhely gegeben. Das Laborpraktikum verlief ebenfalls in Veszprém, in den gut ausgerüsteten Laboratorien der Universität. Die Gründung von diesem Fach in den siebziger Jahren war also ein Wegweiser in Richtung der im Jahre 2000 verwirklichten Integration der beiden Institutionen.

1980 wurde János Inczédy durch den Senat zum Rektor der Universität gewählt. Er hat aber nur ein einziges Jahr lang diese Funktion getragen. Vom Studienjahr 1981/1982 bis zum 1988/1989 wurde die Universität vom Rektor Bálint Heil geleitet. Unter seiner Führung begann – in Zusammenarbeit der Fakultät für Elektroingenieur der Technischen Universität in Budapest – die Bildung im Fach für Instrument- und Messtechnik, das eigentlich noch durch János Inczédy organisiert wurde.

Im nächsten Studienjahr begann die Ausbildung von Chemielehrern als Ergänzungsfach – vorläufig im Rahmen eines Fernstudiums. 1987/1988 und 1988/1989 begann die Ausbildung von Betriebsingenieuren im Maschinenbau und auf dem Gebiet der Elektrizität. Die Wirtschaft brauchte immer weniger Chemieingenieur, dementsprechend ist die Profilausweitung der Universität dringend nötig geworden. János Liszi trug die Rektorenwürde vom Studentenjahr 1989/1990 bis zum 1994/1995 und gleichzeitig musste er die Probleme im Zusammenhang mit der Profilausweitung bewältigen. 1990 machte er einen Vorschlag zur Gründung von Lehrstühlen, die die Ausbildung von Sprachlehrern ermöglichten. Gleichzeitig schlug er die Gründung einer neuen Fakultät sowie die Veränderung des Namens von der Universität vor.

Seit 1985 funktionierte die Ausbildung von Chemielehrern – als Ergänzungsfach – an der Universität. Am Ende der achtziger Jahre wurde der Unterricht der russischen Sprache in den Grund- und Mittelschulen nicht mehr pflichtig, dementsprechend meldete sich in den Schulen der Mangel an den Fremdsprachenlehrern, die die „westlichen“ Fremdsprachen hätten unterrichten können. Die Universität errichtete dementsprechend den Lehrstuhl für die englische Sprache und Literatur und gleichzeitig auch den Lehrstuhl für die deutsche Sprache und Literatur. Auf der Basis der Erfahrungen von der Ausbildung der Chemielehrer wurde die Ausbildung von Fremdsprachenlehrern in den beiden Sprachen geplant. Diese Fächer passten aber in die Bildungsstruktur der Universität nicht ein, dementsprechend wurde neben der Fakultät für Ingenieurausbildung auch die Fakultät für Lehrerausbildung gegründet. Zur gleichen Zeit wurde der Name der Universität verändert, und sie hieß dann Universität zu Veszprém.

 

Veszprémi Egyetem - University of Veszprém


Lehrstühle der Fakultät für Ingenieurausbildung:

  • Analytische Chemie
  • Technologie für Erdöl und Kohlenbearbeitung
  • Erde- und Umweltkunde (früher Mineralogie)
  • Physische Chemie
  • Maschinenkunde
  • Technologie für Chemie und Umweltkunde (früher Chemische Technologie)
  • Radiochemie
  • Organische Chemie
  • Silikat- und Materialkunde
  • Bildbearbeitung und Neurocomputers (1995)
  • Lehrstuhl für Betriebsorganisieren und Betriebsleitung (früher Ökonomie und Betriebsleitung)
  • Kybernetik in der Chemieindustrie
  • Operation in der Chemieindustrie

Neue Lehrstühle an der Fakultät für Ingenieurausbildung:

  • Technische Informatik und Automatisierung (1991-1995, seit l995 Automatisierung)
  • Physik (1992)
  • Ökonomie (1996) seit 1998 Angewandte Ökonomie (1998)
  • Informationssysteme (1996)
  • Tourismus (1996).


Von den bisherigen Lehrstühlen arbeiten einige als Teil der Fakultät für Lehrerausbildung:

  • Allgemeine und anorganische Chemie
  • Mathematik und Computertechnik
  • Gesellschaftswissenschaften
  • Körperkultur
  • Lektorat für Fremdsprachenunterricht.

Neue Lehrstühle der Fakultät:

  • Angewandte Linguistik (1993)
  • Englische Sprache und Literatur (1990)
  • Deutsche Sprache und Literatur (1991)
  • Pädagogik-Psychologie (1991)
  • Theaterwissenschaften (1994)
  • Biologie (1994)
  • Zoologie (1998)
  • Botanik (1998).

Die Ausbildung von römisch-katholischen Religionslehrern begann 1991 in Zusammenarbeit mit der Erzbischöflichen Theologischen Hochschule in Veszprém. Diese gemeinsame Ausbildung dauerte bis 1994.

Im Studienjahr 1993=1994 begann – zum ersten Mal in Ungarn – die Ausbildung von technischen Managers und Umweltingenieuren, sowie die PhD – Bildung auf dem Gebiet der Chemie und der Umweltkunde. Ebenfalls zum ersten Mal in Ungarn begann – an der Fakultät für Lehrerausbildung – die Bildung im Fach der Theaterwissenschaft.

István Győri wirkte von 1995 bis 1998 als Rektor der Universität. Seit dem Entstehen der Universität ändert sich und erweitert sich das Bildungsprofil der Universität, das bringt oft die Teilung der Lehrstühle, ihre strukturelle Änderung sowie ihre Namensveränderung mit sich. Im Studienjahr 1995/1996 wurde an der Universität in Veszprém das Kreditsystem in der Bildung statt der Ausbildung auf Grund eines festgebundenen Lehrplanes eingeführt. Neben den sogenannten Pflichtgegenständen, die von den einzelnen Fächern verlangt werden, können und dürfen die Studenten – ihrem Interesse entsprechend – auch freie, fakultative Gegenstände wählen, und nach einer erfolgreichen Prüfung in diesen Lehrgegenständen können sie ihre Kreditpunktzahl erhöhen. Das Absolvieren der einzelnen Lehrfächer wird an bestimmten Kreditpunktzahlen gebunden. Im Studienjahr 1997/1998 verlief der Akkreditierungsprozess an unserer Universität und sie bekam eine gute Qualifizierung.

Seit dem 1. Juli 1998. neun Jahre lang leitete Zoltán Gaál als Rektor die Institution. Während seines Rektorats geschahen weitere bedeutende Änderungen im Leben der Universität. Infolge seiner konsequenten Organisationsarbeit und seiner Leitungstätigkeit auf hohem Niveau wurde die Universität zu einer bestimmenden Hochschulbildungs-Institution, zu einem hochrangigen wissenschaftlichen Zentrum Transdanubiens.

Die Entwicklung der Bildung und der Struktur verlangte auch weitere Räumlichkeiten, weitere Gebäude für die Universität. Im Jahre 1995 übernahm die Universität das Gebäude des früheren Ungarischen Experimentalinstituts für Erdöl und Erdgas, sowie das Gebäude des Forschungsinstituts für Schwer-Chemieindustrie. Diese Gebäude – heute "M" und "N" genannt – befinden sich in der Wartha Vince-Straße und sind im Jahre 1952 gebaut worden.  

Ebenfalls im oberen Campus ist das Gebäude O zu finden, dies wurde in de Mitte der neunziger Jahre der Studentenschaft überlassen. Im Jahre 2000 wurde der nach dem ersten Rektor der Universität genante Polinszky – Saal – Auditorium Maximum – fertiggebaut. Mehrere Gebäude der Burg wurden 2003 der Universität überlassen, in denen die Lehrstühle der Geisteswissenschaftlichen Fakultät angesiedelt worden sind. 1995 erreichte die Anzahl der Direktstudenten 5000 Personen.

 

Auditorium maximum - Polinszky-terem

Auditorium maximum - Polinszky Saal


Am 1. Januar 2000. geschah das bedeutendste Ereignis der bisherigen Geschichte der Universität. Im Rahmen der Integration von den ungarischen Hochschulbildungsinstitutionen schloss sich die Agrarwissenschaftliche Fakultät Georgikon in Keszthely als dritte Fakultät unserer Universität an.

Im Studienjahr 2003/2004 entstand die Fakultät für Ökonomie sowie die Fakultät für Technische Informatik, dadurch besitzt die Universität fünf Fakultäten. Bis 2006 entstanden die folgenden Fakultäten (in Klammern das Gründungsjahr):

  • Fakultät für moderne Philologie und Gesellschaftswissenschaften (2008)
    (1990-2006 Fakultät für Lehrerausbildung,
    2006-2008 Fakultät für Geisteswissenschaften,
    seit dem 1. November 2008. FmPG) 
  •  Fakultät für Ökonomie (2003)
  • Fakultät für Georgikon(2000) 
  • Fakultät für Ingenieuren –Ausbildung (1990) 
  • Fakultät für Technische Informatik (2003)

MFTK-címer  GTK-címer  GK-címer  MK-címer  MIK-címer


Schon im Studienjahr 1999/2000 wurde in Pápa das Pädagogische Forschungsinstitut gegründet, 2000/2001 begann ihre Arbeit die Hinausgesetzte Bildungsinstitution in Nagykanizsa, dadurch wurde ein ganzes Institutionsnetz der Universität ausgebaut, deren Tätigkeit sich für das ganze Transdanubien ausbreitet.

Die fünf Fakultäten der Universität üben ihre Tätigkeit auf drei Campen: in Veszprém, Keszthely und in Nagykanizsa aus. Ihre Institutionen für die Fachausbildung mit einem Hochschulabschluss sind in zahlreichen größeren Städten von Transdanubien, so in Pápa, Székesfehérvár, Ajka, Szombathely, Zalaegerszeg selbst auch in Budapest zu erreichen.

Das Studienjahr 2004/2005 brachte ebenfalls einen Durchbruch in der Entwicklung der Institution: Versuchsweise begann an unserer Universität – unter den ersten Universitäten unseres Vaterlands – die BSc [Bachelor of Sciences]  – Bildung im Fach für Technische Informatik. In den darauf kommenden Jahren begannen die in das mehrzyklische Bildungssystem eingebauten Grundfächer (BSc [Bachelor of Sciences] BA [Bachelor of Arts]) ihre Tätigkeit an allen Fakultäten unserer Universität, und gleichzeitig begann die Vorbereitung der Meisterbildung.

Pannon Egyetem táblaAm Anfang des Jahres 2006 wurde die Entscheidung gebracht, wonach der Name der Institution auf Pannon Universität verändert wurde. Dar neue Name drückt die regionale Rolle besser aus, die unsere Universität auch schon früher gespielt hat und in der Zukunft noch mehr spielen will. Seit dem 1. März trägt die Universität diesen Namen, in dem ihre Berufung deutlicher zum Ausdruck gebracht wird. Dieser neue Name trägt auch eine strategische Botschaft.

Im Jahre 2006 begann – im Sinne der Vorschriften des Gesetzes für die Hochschulbildungsinstitutionen – eine wesentlich strukturelle Änderung in unserer Institution. Ein wirksameres System wurde durch die Zusammenlegung von kleineren Einheiten sowohl an den Fakultäten als auch in der zentralen Verwaltung ausgebaut. Als Nachfolger von der Beratungsstelle sowie von dem Institut für Weiterbildung und Fernunterricht entstand das Institut für Erwachsenbildung. Durch dieses Institut werden die verschiedensten Formen der Erwachsenbildung sowie die Fachausbildung mit einem Hochschulabschluss betreut. Als Ergebnis der bedeutendsten Investition des Jahres 2006 betrachten wir die zentrale Universitätsbibliothek, die alle Ansprüche des 21. Jahrhunderts erfüllen kann. Hierher gehört noch das moderne Hotel Magister für 800 Personen. 2008 konnten unsere Studenten das zeitgemäß renovierte zentrale Studentenwohnheim mit Plätzen für 500 Personen wieder in Anspruch nehmen.

Seit dem 1. Juli 2007. steht Ákos Rédey als Rektor an der Spitze der Universität, die inzwischen eine bestimmende Institution der Bildung mit Hochschulabschluss in der Region Mittel – Transdanubien geworden ist. Das reiche Bildungsangebot der Universität mit ernsten fachlichen Traditionen und mit respektabler Vergangenheit deckt – mit der Ausnahme von einigen Wissenschaftszweigen – fast das ganze Gebiet der Wissenschaften ab.

Im Januar 2010 durfte der Rektor ein bedeutendes Dokument übernehmen, wodurch die Zukunft der Pannon Universität für längere Zeit bestimmt werden kann: Die Selbstverwaltung des Komitats Veszprém überließ der Universität das Gebäudekomplex des früheren Kinderkrankenhauses – auf einem Gebiet von 1,2 Hektar – für 99 Jahre zur kostenlosen Benutzung. Das war eine edle und vornehme Geste der Selbstverwaltung des Komitats Veszprém, denn der Wert des seit zehn Jahren leer stehenden Gebäudekomplexes wurde durch Sachverständige auf 400 Millionen Forint geschätzt. 

Die Leitung der Universität hat konkrete Pläne im Bezug auf dieses Gebäudekomplex, dort will sie das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Institution – auf Weltniveau – entwickeln. Im neuen Institut wird es nicht nur Räumlichkeiten für Bildung und Forschung, sondern auch ein neues Dienstleistungszentrum für die Studentenschaft untergebracht.

Die Pannon Universität sichert die Möglichkeit zur Aneignung von zeitmäßigen Kenntnissen in der Agrarwissenschaft, in den Geisteswissenschaften, in der Ökonomie. in den technischen Wissenschaften, in der Erziehungswissenschaft, in den Gesellschaftswissenschaften, in den Naturwissenschaften und ermöglicht eine fachlich-wissenschaftliche Tätigkeit, die sich weit über die Grenzen des Lehrmaterials für Hochschulausbildung verbreitet. 

Das wissenschaftliche Gewicht der Institution wird durch die elf akkreditierten Doktorschulen sowie durch ihre Forscher mit internationalem Ruf gekennzeichnet. Ihre Dozenten und Forscher nehmen mit schönem Erfolg an inländischen Wettbewerben und an Wettbewerben der Europäischen Union teil.

Als Forschungsuniversität, als eine Schlüsselfigur der wirtschaftlichen Entwicklung befördert unsere Institution die Vereinigung der Kräfte von der Wettbewerbssphäre,  vom geschäftlichen Leben von der lokalen Selbstverwaltung sowie von der zentralen Regierung in den einheimischen und grenzüberschreitenden Forschung- Bildung- und Entwicklungsprogrammen. Die weitere Stärkung der bisherig erfolgreich gespielten Rolle in der wirtschaftlich-, gesellschaftlich-kulturellen Entwicklung der Region bedeutet das Hauptziel von dieser Tätigkeit.   

Mit Recht können wir sagen, dass die Pannon Universität für das Wissen argumentiert, denn sie ihren Forschern und Studenten Kultur schafft, pflegt und vermittelt, Qualität formt, Universität gründet und Perspektive anbietet – für das fachliche Publikum von der Region, von Ungarn und Europa im weiteren Sinne des Begriffes.

 

Bibliographie

Meskó Gábor – Mohai Béla (szerk.):A Veszprémi Vegyipari Egyetem évkönyve 1949-1959. Veszprém, 1959, a Veszprémi Vegyipari Egyetem tanácsa, 245 old.
Schultheisz Zoltán (szerk.): A Veszprémi Vegyipari Egyetem jubileumi évkönyve 1949-1974. Veszprém, 1974, 218 old.
Bodor Endre és mások (szerk.): A Veszprémi Egyetem jubileumi évkönyve 1949-1999. Veszprém, 1999, a Veszprémi Egyetem tanácsa,  312. old.
Albert József (szerk.): A Veszprémi Egyetem története 1949-1999. Veszprém, 2002, a Veszprémi Egyetem tanácsa, 355 old.
1951-2001 50 éves a Veszprémi Egyetem Ásványolaj- és Széntechnológiai Tanszéke. Veszprém, 2001. május, a Veszprémi Egyetem Ásványolaj-és Széntechnológiai Tanszéke,  158. old.
Tamás Ferenc (összeáll.): 50 éves a Veszprémi Egyetem Szilikát Tanszéke. Veszprém, 2001, Veszprémi Egyetemi Kiadó, 80 old.
Utasi Anett (szerk.): A Veszprémi Egyetem Környezetmérnöki és Kémiai Technológia Tanszékének kiadványa 50 éves jubileuma alkalmából. Veszprém, 2001, Veszprémi Egyetemi Kiadó, 80. old.
Új Horizont, 1999 különszám.
Szesztay András: Az egyetem után…Budapest, 1970, Akadémiai Kiadó, 216. old.
Varga Béla (főszerk.): Veszprém megyei életrajzi lexikon. Veszprém, 1998, Veszprém megyei Önkormányzat Közgyűlése, 569 old.
Varga Béla (szerk.): Veszprém megyei kortárs életrajzi lexikon.1-2. köt. Veszprém, 2001, Veszprém megyei Önkormányzat, 537, 1114. old.
Egyházy Tiborné - Dömötör Lajosné: Üzen a múlt. Képzőművészeti alkotások Veszprémben, a Pannon Egyetemen. Veszprém, 2006, Pannon Egyetemi Kiadó, 97 old.
Paczolay Gyula: Az 1956-os forradalom eseményei a Veszprémi Vegyipari Egyetemen.
= Egyetemünk, 2006. 6. sz. 23. old. (1. rész), 2006. 7. sz. 20-21 old. (2. rész).,


Erklärung der Abkürzungen:

BA - „Bachelor of Arts“ [=„Baccalaureus“ der Künste,] So nennt man die Absolventen der „Grundausbildung“ auf dem humanen Gebiet des Hochschulwesens.
BSc  - „Bachelor of Sciences  [=„Baccalaureus der Wissenschaften“]
So nennt man die Absolventen der „Grundausbildung“ auf dem realen Gebiet des Hochschulwesens.
Das Bildungsgebiet der folgenden Wissenschaften gehört zu diesem Kreis: Agrarwissenschaften, Informatikwissenschaften, Militär- und Verteidigungswissenschaften, technische Wissenschaften, Medizin- und Gesundheitswissenschaften, Sportwissenschaften und Naturwissenschaften.

 

MA – „Master of Arts“  [= „Meister der Künste“, „master,“ „magister“] So nennt man die Absolventen der höheren Stufe der Ausbildung auf dem humanen Gebiet des Hochschulwesens.
MSc – „Master of Sciences“ [= “Meister der Wissenschaften”]
So nennt man die Absolventen der höheren Stufe der Ausbildung auf dem Gebiet der realen Wissenschaften: Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Rechts- und Verwaltungswissenschaften, bildende Künste, Kunstvermittlungswissenschaften, Pädagogenausbildung, Gesellschaftswissenschaften – die Bildungsgebiete der aufgezählten Wissenschaften geh0rt zu diesem Kreis.

MÁFKI - Ungarisches Forschungs- und Experimentalinstitut für Mineralöl und Erdgas – aufgelöst 1990–1992
NEVIKI - Forschungsinstitut für die Schwerchemieindustrie – aufgelöst 1990–1992

BME - Technische Universität zu Budapest – jetziger Name: Technische und Wirtschafts-wissenschaftliche Universität zu Budapest

last update: 2011, march 22 - 12:34